Wir bleiben verbunden - helfen wir helfen! 20.tes Wochenende

Doro Blancke, Ute Bock Preisträgerin, berichtet direkt aus den Lagern in Lesbos:

 

Nach wie vor sind die Zustände in den Lagern auf der Insel Lesbos unfassbar elend. Es leben immer noch 6400 Menschen, darunter ca. 1600 Kinder dort. Es werden immer mehr. Es fehlt so gut wie an allem, was ein menschenwürdiges Leben ausmacht. In der Nacht frieren die Menschen, untertags steigt jetzt die Hitze in den 9qm Zelten auf 31 Grad. Es vermehren sich Ungeziefer und auch Schlangen. Es mangelt grob an hygienischer und an medizinischer Versorgung. Die Sanitäranlagen sind verheerend.

Die Ernährung ist unzureichend. Ganze drei Stunden stehen die Menschen in foodlines an für eine Suppe mit Brot als einzige tägliche Mahlzeit. Bei jedem Wetter. Sind die Eltern krank oder zu schwach müssen die Kinder diese anstrengenden Bemühungen übernehmen, auch für alte, hHochschwangere oder Menschen im Rollstuhl eine kaum bewältigbare Aufgabe. 

Es fehlen Begegnungsräume, Spielplätze, basale Infrastrukturen, eine ausreichende elektrische Versorgung.

Doro Blancke: „Die Kinder haben Krätze und Läuse. Jedes Einzelne von ihnen, traumatisiert von Flucht und dramatischen Erfahrungen, erlebt ein Martyrium, welches schwer in Worte zu fassen ist“. Es gibt weder Bildung noch ausreichend Beschäftigungsmöglichkeit.

Es gibt keine  Rechtsberatung,  keine berechenbare Lagerleitung, keinen Personenschutz vor krimineller Gewalt besonders nachts für Frauen und Kinder.

Die Menschen dürfen ein mal pro Woche für 3 Std. mit wenigen Ausnahmen, das Camp verlassen. Auch dies stellt ein großes Problem für die Betroffenen dar. Kaum die Möglichkeit für Einkäufe um das Existenzielle zu besorgen. Vor dem benachbarten Lidl stehen die Menschen, wegen der Corona Situation oft stundenlang in der Schlange, d.h. sie müssen sofort nach dem Einkauf ins Camp zurück. Der Fußmarsch in die nahegelegene Hauptstadt Mytelini beträgt ca 40min, zeitlich kaum zu bewältigen. Menschen die psychologische oder rechtliche Termine vorweisen können erhalten die Erlaubnis das Camp dafür zu verlassen. Es wird alles daran gesetzt um eine Beziehung zur heimischen Bevölkerung zu unterbinden was wiederum eine starke Auswirkung auf den psychologischen Zustand der Schutzsuchenden hat. Sie fühlen sich total mit ihrem Schicksaal alleingelassen. Das Fehlen der Kommunikation und Aufbau von Beziehungen trägt ebenso wie alles andere dazu bei, dass die Menschen „gebrochen“ werden. 

„Mir fällt es oft schwer, von hier zu berichten. Man muss es sehen. Jeder, der es gesehen hat, schweigt nicht mehr, ist auch nicht mehr bestürzt. Er tut etwas! “

Die Evakuierung muss deshalb an erster Stelle stehen.

Doro Blancke: „Die NGO´s, die zu uns kommen, sind phantastisch. Die jungen Leute arbeiten mit ganzem Einsatz. Wir versuchen, ein Mindestmaß an Hilfe anzubieten, Kontakte herzustellen,  Medikamente und basal lebensnotwendige  Artikel zu organisieren. Zur Zeit gibt es für 1600 Kinder Dienstag und Donnerstag ein Frühstück als 2. Mahlzeit pro Tag.  Mit einer installierten App suchen wir sie in ihren Zelten auf . Jedes Kind bekommt ein Croissant oder eine Banane. Es darf nicht mehr als 30 Cent kosten. Es  ist viel zu wenig, aber es ist mehr als nichts“.

Die Mehrheit der österreichischen Bevölkerung ist gegen diese Flüchtlingspolitik.

Es gibt so viel Solidarität. Die ist unsere Hoffnung: „Großer Dank und Respekt, was bisher geleistet wurde. Ohne euch, ohne eure Aktionen, Gemeinschaften, Organisationen und Plattformen  die sich engagieren,  könnten wir hier nicht arbeiten“

„Wir sind hier vor Ort täglich Zeugen eines massiven Menschenrechtsbruchs“ auf europäischem Boden. Wie lange noch?

Wir fordern gemeinsam mit unzähligen anderen Vereinen, Initiativen der Zivilgesellschaft, der österreichischen Bischofskonferenz und österreichischen und europäischen NGO´s eine sofortige Evakuierung des RIC Damps/Moria 2 auf Lesbos und eine visionäre, den Menschenrechten entsprechende Flüchtlingspolitik“, so Doro Blancke live vom Camp.

(Auszüge aus ihrem Bericht beim Monats-Zoom-Treffen von Pax Christi am  28.4.2021 von we4moria Aktivistin Eva Sporschill- DANKE)

Flüchtlingsunterkunft in Europa 2021....Foto: FB Doro Blancke
Flüchtlingsunterkunft in Europa 2021....Foto: FB Doro Blancke

„Was mich letztendlich immer wieder

antreibt ist die Liebe zum Menschen,

mein Glauben an die Gerechtigkeit und

das Getragen sein im WIR“ Doro Blancke

 

Doro Blancke beschäftigt sich schon seit Jahren mit dem Thema Flucht, Asyl und Migration – sowohl

in Form von Zusammenarbeit mit NGOs und Vereinen in Österreich als auch direkt auf Lesbos, wo

sie mit vielen anderen für eine menschenwürdige Behandlung von Geflüchteten kämpft. Anfang

dieses Jahres wurde der Verein „Flüchtlingshilfe – refugee assistence – doro blancke“, mit Doro Blancke

als Geschäftsführerin, gegründet. Gemeinsam haben sich die Vorstandsmitglieder und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen des Vereins

drei Schwerpunkte für ihre Arbeit gesetzt:

1 – Jeder Mensch hat ein Recht auf ein faires Asylverfahren. In Zusammenarbeit mit

verschiedenen Initiativen und Rechtsanwälten versuchen sie, Menschen, die geflüchtet sind, durch das Asylverfahren zu begleiten und gleichzeitig unrechtmäßige Abschiebungen zu verhindern.

2 – Jeder Mensch hat ein Recht auf eine menschenwürdige Unterbringung. In Zusammenarbeit mit lokalen NGOs und Initiativen in Griechenland unterstützen sie dort angekommene

Menschen in ihrem täglichen Überlebenskampf.

3 – Berichterstattung. Auf der Website des Vereins und dem darin enthaltenen Blog mit zahlreichen Berichten informieren sie über die Themen Flucht, deren Gründe und Auswirkungen, und zeigen auf, welche Bedingungen in Griechenland für Geflüchtete herrschen.

Wir von We4Moria stehen in regelmäßigem Kontakt mit Doro Blancke und möchten sie und ihren Verein gerne unterstützen!

DANKE für deine Mithilfe! 

Unterstützen Sie den Verein Doro Blancke - Flüchtlingshilfe/refugee assistance bei seiner wertvollen Arbeit.

Per Überweisung: Kontonummer: AT93 3842 0000 0002 7516 BIC: RZSTAT2G420

oder per Paypal: paypal.me/helfedorohelfen

 

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